Bereich: C Kontroverse Diskussion

Thema: Das Gender-Konstrukt

Beitrag 3: Urbild und Abbild (Bodo Fiebig)

Wir Menschen sind, wie alle Lebewesen, darauf angewiesen, die Realitäten seiner Umwelt wahrzunehmen und damit zu leben. Soweit es sich aber um soziale, d. h. von Menschen, Gruppen und Völkern im Laufe ihrer Geschichte selbst gemachte Realitäten handelt, sind Menschen immer aufgefordert, sie weiterzuentwickeln und dabei ungerechte Strukturen aufzubrechen.

Aber, damit haben wir wesentliche Aspekte des Menschseins noch nicht im Blick. Das Menschsein geht weit über die Möglichkeiten allen sonstigen Lebens hinaus: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das die Möglichkeit hat, seine Umwelterfahrungen und seine eigene Existenz, sein Weltverständnis und Selbstverständnis (siehe Beitrag 2) in einen umfassenden Bedeutungszusammenhang zu stellen, d.h. ihnen eine Sinnperspektive zu geben. Wer bin ich? Staubkorn im Universum oder Mittelpunkt der Welt? Ein intelligentes Säugetier oder Krone der Schöpfung? Ebenbild Gottes oder Bestie in Menschengestalt? Oder doch nur Zufallsprodukt der Evolution?

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1 Das biblische Menschen-Bild

Die Bibel, einer ältesten und in seiner Wirkungsgeschichte bedeutendsten Texte der Menschheit, ist in der Lage, den Menschen eine positive „Sinn-Persprektive“ nahe zu bringen. Allerdings auf unerwartete Weise. Sie sagt: Materiell gesehen ist der Mensch gar nichts Besonderes. „Staub vom Erdboden” ist er, heißt es da (1. Mose 2, 7) Und das stimmt ja auch: Die Atome, aus denen ein menschlicher Körper besteht, sind die gleichen, wie bei der Erde auf dem Feld oder beim Staub auf der Straße. Auch biologisch gesehen ist der Mensch nichts Besonderes. Biologisch funktioniert er genau so wie jedes andere Lebewesen auch. Und genetisch ist er den Säugetieren ganz eng verwandt. Das Besondere des Mensch-Seins liegt nicht in seiner Materie und nicht in seiner Biologie. Worin aber dann? Was macht denn dann das Mensch-Sein des Menschen aus?

Die Bibel, sagt: Das Besondere am Menschen liegt nicht in seiner Materie und nicht in seiner Biologie, sondern in seiner Berufung, liegt in dem, was er sein kann und werden soll (siehe das Thema „sein und sollen“). Jedes Tier erfüllt den Sinn seines Daseins allein schon durch sein Da-Sein als Mit-Geschöpf im Beziehungsgefüge des Lebens. Es kann seinen Lebenssinn nicht verfehlen. Der Mensch aber hat die Erfüllung seines Lebenssinns als Aufgabe bekommen, die er erfüllen oder auch versäumen kann. Er ist das einzige Lebewesen, das den Sinn seines Daseins nicht in sich selbst hat, sondern ihn suchen und finden und als Berufung annehmen muss. Aber was ist das für eine Berufung? Da müssen wir nicht lange suchen. Das steht schon auf der ersten Seite der Bibel: 1.Mose 1, 26-27 (wörtliche Übersetzung): Und (es) sprach Gott: Machen wollen wir Menschen in unserem Bild, gemäß unserer Gleichheit. (…) Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie.

Das ist zunächst überraschend: Die Schöpfung „Mensch“ soll „Bild“ sein, Ikone – Ikone Gottes, das heißt: sichtbare Darstellung des Schöpfers in der Schöpfung, anschaubare Vergegenwärtigung Gottes mitten in einer scheinbar gottlosen Welt. Und das gilt grundsätzlich für jeden Menschen. Dabei ist aber der Mensch keine optische Abbildung Gottes, als wäre Gott ein Wesen mit menschenähnlicher Gestalt, mit Armen und Beinen, mit Augen, Mund und Nase… (dann wäre ja Gott ein Abbild des Menschen, und so haben sich Menschen zu allen Zeiten ihre Götter vorzustellen versucht). Nein, der Mensch ist keine optische Abbildung Gottes sondern eine wesentliche. Durch das Menschsein soll das Wesen Gottes in der Schöpfung anwesend sein.

Aber, wer ist Gott, was ist denn sein eigentliches Wesen? Und wozu hat er uns geschaffen und was erwartet er von uns? Die Antworten auf solche Fragen sind von uns aus nicht zugänglich. Wir können mit den Mitteln menschlicher Erkenntnisfähigkeit nur so viel von Gott erfassen und mit den Mitteln menschlichen Sprache nur so viel von Gott aussagen, als er selbst sich uns offenbart.

Und Gott hat sich offenbart: In der Schöpfung, in der Geschichte Israels, im Leben, Reden und Handeln Jesu, auch in der Geschichte des Judentums und der Christenheit der vergangenen 2000 Jahre und in der Weltgeschichte und Heilsgeschichte bis heute. Und in dieser Selbstoffenbarung Gottes über Jahrtausende hinweg können wir wahrnehmen, dass die Existenz Gottes wesentlich in einem „In-Beziehung-Sein“ besteht, einem „In-Beziehung-Sein“, das wir mit den Mitteln der menschlichen Sprache (freilich völlig unzureichend, aber wir haben keine Alternative) mit dem Begriff „Liebe“ umschreiben.

In der Bibel klingt das so: 1. Joh 4, 7-8: Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. Das also (das, was hier mit dem Begriff „Liebe” umschrieben wird), das ist es, was das Gott-Sein Gottes ausmacht, sie ist sein eigentliches „Wesen”, seine „Substanz”, seine „Identität”.

„Gott – ist – Liebe“. Damit ist alles Wesentliche über den Gott der Bibel ausgesagt: Sein Wesen ist ein „Für-den-andern-da-sein“ in voraussetzungsloser Annahme, uneingeschränkter Zuwendung, unerschütterlicher Treue und opferbereiter Hingabe. Und diese Liebe, die das Gott-Sein Gottes ausmacht, die soll nun als sein „Ebenbild” auch das Mensch-Sein des Menschen bestimmen. Das, was das Menschsein des Menschen ausmacht, ist die Fähigkeit zu lieben. Zu lieben aus bewusster Hingabe an ein Du. Zu lieben, auch wenn es für das eigene Ich Nachteile einbringt.

Die Liebe, die sich bewusst an ein Gegenüber hingibt, die nicht sich selbst erhöhen, sondern dem andern zur Erfüllung seines Menschseins und zur Freude am Dasein helfen will, die sich aus freiem Willen für eine Gemeinschaft engagiert und die sich selbst unter Zurückstellung der eigenen Wünsche und Vorteile für das Gefährdete und Verlorene einsetzen kann, das ist das Göttliche, das sich im Menschsein widerspiegeln soll als sein Ebenbild und das durch den Menschen in der Schöpfung gegenwärtig und wirksam sein soll. Und diese Liebe soll auch zur Überwindung des universalen Ego-Prinzips der Evolution werden im Miteinander der Menschen. Sie ist das Gegenmodell zum „Kampf ums Dasein” und zum Prinzip vom „Fressen und Gefressen-werden”, die sonst alles Leben beherrschen.

2 Gemeinschaft der Liebe

Der Mensch ist frei, sein Weltbild und Selbstverständnis selbst zu entwerfen (siehe Beitrag 2) und wenn er sich dabei nicht an den Realitäten seiner realen Umwelt orientiert, wird er wohl Schiffbruch erleiden. Ja, aber er hat eine Berufung, die durch keinen Selbstentwurf erreicht werden kann! Ein wesentlicher Aspekt dieser Berufung liegt in seiner Zweigeschlechtlichkeit männlich-und-weiblich, denn die entspricht in ihrer Liebes­fähigkeit und in ihrer Schöpfungspotenz dem Urbild des Menschseins, nämlich Gott selbst. Aber nicht jede Zweigeschlechtlichkeit ist in sich schon Abbild Gottes (etwa die Zweigeschlechtlichkeit der Blüten am Apfelbaum oder von Mäusen oder Elefanten). Nur eine Zueinandergehörigkeit von Menschen, welche die Liebe Gottes zum „Vor-Bild“ hat, kann zum „Ab-Bild“ des Schöpfers werden. Das gilt (trotz aller menschlichen Fehler und Schwächen) grundsätzlich für jedes menschliche Miteinander, aber an der Liebe zwischen Mann und Frau soll das am deutlichsten erkennbar werden. Wenn sie in einer dauerhaften Gemeinschaft miteinander leben, kann ihr Miteinander in Liebe und Treue einen Schutzraum und einen Lebensraum bietet, in dem Kinder zu fröhlichen und verantwortungsvollen Menschen heranwachsen können und so wird ihre Gemeinschaft (trotz aller menschlichen Unzulänglichkeiten) wahrhaftig, echt und gültig „Ebenbild Gottes“.

Aber nicht nur das: Jede menschliche Gemeinschaft und die Gemeinschaft des Menschseins als Ganzes soll nach dem Willen des Schöpfers ein „Ebenbild“ seiner Liebe werden. Wenn man die Menschen anschaut, wie sie miteinander leben, wie sie miteinander umgehen und wie sie einander Gutes tun, dann soll man wenigstens eine ungefähre Ahnung bekommen: So ist Gott. (Und wenn wir sehen, wie Menschen machmal mit ihresgleichen umgehen und was sie einander antun auf den Schlachfeldern und in den Folterkellern dieser Erde und oft auch hinter den glatten Fassaden unsere Häuser mit Gewalt an Frauen und Kindern, dann erkennen wir mit Schrecken, wie weit wir entfernt sind von der eigentlichen Berufung unseres Menschseins.)

Das heißt, das Menschsein hat schon seine Bedeutung, noch ehe Menschen anfangen können, ihre eigene Existenz zu deuten. Und die alltägliche Konkretion dieser Bedeutung ist wesentlich mitbestimmt durch das Spannungsfeld der „Zweiheit“ männlich-und-weiblich. Da wo eine Zweiheit von Mann und Frau zur Einheit einer Liebesgemeinschaft wird, die selbstverständlich die Sexualität mit einschließt, die aber auch offen ist, sich von der Liebe Gottes „inspirieren“ zu lassen zu einer alle Lebensbereiche umfassenden Liebesfähigkeit, da ist sie Ebenbild Gottes, trotz aller Unvollkommenheit menschlicher Existenz. Oder allgemeiner: Da wo eine Gemeinschaft von Menschen (klein oder groß und unabhängig von Geschlecht, Sozialstatus, ethnischer Herkunft, kultureller Zugehörigkeit usw.) so lebt, dass die gottgewollte Liebe in ihr (trotz aller menschlichen Unzulänglichkeit und Fehlerhaftigkeit) zum wesentlichen Merkmal ihres Miteinanders wird, da wird ihr gemeinsames Leben zur anschaubaren Vergegenwärtigung des Göttlichen in dieser scheinbar gottlosen Welt.

Der Mensch muss sich und seine „Welt“ nicht selbst „konstruieren“; er muss seine geschlechtliche Identität nicht selbst erfinden. Wir brauchen keine Philosophie, die unseren Egoismus aufbläht: „ICH, ICH bin der Schöpfer meiner eigenen Welt!“ Wir brauchen keine Gender-Ideologie, die unseren Egoismus anheizt: „ICH, ICH will und kann mein eigenes Geschlecht und meine sexuelle Identität selbst bestimmen!“ Wir brauchen die Liebe Gottes als Vorbild für unser Menschsein, damit es (in aller Vorläufigkeit und Unvollkommenheit) zum Ebenbild seiner Liebe wird und das Menschsein nicht an seinen eigenen Egoismen zugrunde geht. Nur so könnte unsere Erde (wenigstens an einigen Stellen) zu einem Ort des Friedens werden und menschliche Gemeinschaft zum Anschauungsobjekt für ein gottgewolltes und menschenwürdiges Miteinander und Füreinander.

Aber genau das ist heute angefochten und in Frage gestellt wie nie. Das Verhältnis der Geschlechter ist zur Problem-Frage geworden.

3 Mann und Frau

Wenn es um das Verhältnis der Geschlechter zueinander geht, muss man unterscheiden zwischen geschlechtlicher Zuordnung und sexueller Orientierung. Das sind zwei ganz verschiedene Fragestellungen.

a) Geschlechtliche Zuordung

Es gibt in der gesamten Biologie der Tier- und Pflanzenwelt auf dieser Erde nur zwei Geschlechter: Männlich und weiblich (Ausnahmen sind z. B. geschlechtslose Einzeller wie Bakterien und Viren). Das ist ein durchgehendes Schöpfungsprinzip und das gilt selbstverständlich auch für die Menschen.

Allerdings kann es bei höher entwickelten Lebewesen vorkommen, dass die Zuordnung eines Individuums zu einem der beiden Geschlechter zeitweise unbestimmt ist oder auch dauerhaft unbestimmt bleibt. Und das kann es auch bei Menschen geben.

Dass es bei Tieren und auch bei Menschen vorkommen kann, dass bei der Geburt eines „Kindes“ die Geschlechtsorgane nicht eindeutig ausgebildet sind, ist eine Realität, auch wenn solche Fälle verhältnismäßig selten vorkommen. Wenn das bei Menschen der Fall ist, muss man mit Behutsamkeit und Zurückhaltung abwarten, bis der junge Mensch selbst in der Lage ist, eine persönlich begründete Entscheidung zu treffen, ob der sich dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuordnen will oder ob er die geschlechtliche Unentschiedenheit beibehalten will.

Solche zeitweise oder auch dauerhafte Unbestimmtheit kann zwar manchmal medizinisch diagnostiziert werden, aber nur die betroffene Person selbst kann das als für sich bestimmend annehmen und als Faktum erkennen. Dann aber muss das auch von der Allgemeinheit anerkannt werden.

Unerträglich und jeder Menschenwürde zuwiderlaufend ist es aber, wenn Gender-Ideologen die ungeklärte und oft belastete Situation dieser Menschen ausnutzen, um (mit der angeblichen Fürsorge für sie) nur ihre eigene Ideologie durchzudrücken, welche sagt, dass es eben überhaupt keine eindeutige und bleibende Geschlechterzuordnung geben kann und die Bipolarität von Mann und Frau schon selbst eine Diskriminierung darstellt.

Dabei muss man einen Unterschied wahrnehmen: Die gegenseitige geschlechtliche Zuordnung von männlich und weiblich ist von der Natur vorgegeben. Die Institution der Ehe nicht. Sie ist eine kulturbedingte gesellschaftliche Vereinbarung. In den meisten Kulturen gilt heute: Eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft einer Frau mit einem Mann kann auf Wunsch beider öffentlich als „Ehe“ anerkannt werden und die steht dann unter dem Schutz der Allgemeinheit und hat (vor allem wenn sie als Familie zum Lebens- und Entwicklungsraum für Kinder wird) ein Recht auf besonderen Förderung durch die Allgemeinheit.

b) Sexuelle Orientierung

Die „sexuelle Orientierung“ eines Menschen ist im Gegensatz zur geschlechtlichen Zuordnung keine von der Natur festgelegte Gegebenheit. So ist sie z. B. in der Kindheit noch spielerisch offen und variabel. Erst in der Pubertät festigt sich die sexuelle Orientierung in Richtung auf das jeweils andere Geschlecht. Durch verschiedene innere und äußere Einflüsse kann es aber sein, dass diese Orientierung zeitweise oder dauerhaft nicht gelingt. Ob sie gelingt, haben die betroffenen Personen meist gar nicht selbst zu verantworten, weil entscheidende Prägungen oft in der frühen Kindheit geschehen. Deswegen kann ein Staat (einvernehmlich) homosexuelle Lebensweisen nicht verbieten und er kann homosexuell empfindende Menschen nicht dauerhaft auf eine sexuell abstinente Lebensweise verpflichten. D.h. sie können auch (zeitweise oder dauerhaft) in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben.

Solche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften stehen dann (wie die heterosexuelle Ehe) unter dem Schutz, nicht aber (im Gegensatz zur Ehe von Mann und Frau) unter der besonderen Förderung der Allgemeinheit. Das ist gut begründet: Jedes Menschenleben muss unter dem Schutz der Allgemeinheit (z. B. des Staates) stehen, wer sich aber für eine homosexuelle Partnerschaft entscheidet, wählt bewusst eine Lebensform, in der Kinder nicht von diesen beiden Partnern gezeugt und ausgetragen werden können. Sie brauchen daher nicht den besonderen Schutz wie eine Familie. Wenn es aber die Gesetze eines Staates erlauben, dass aus einer homosexuellen Gemeinschaft (in welcher Weise auch immer) eine Familie wird, in der Kinder zwar nicht gezeugt oder geboren werden, aber doch wachsen und reifen können, so steht ihr von staatlicher Seite die gleiche Förderung zu wie jeder anderen Familie auch.

Gegenwärtig gibt es heftige Auseinandersetzungen über der Frage, ob christliche Kirchen homosexuelle Verbindung in gleicher Weise segnen können wie die Ehe von Mann und Frau. Dabei muss man unterscheiden: Selbstverständlich können und sollen kirchliche Amtsträger homosexuelle Menschen segnen. Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes und brauchen das liebevolle „Ja“ Gottes für ihr Menschsein. Und wenn (unter welchen Voraussetzungen auch immer) zwei homosexuell lebende Menschen eine familiäre Gemeinschaft mit Kindern bilden, dann kann und soll (wenn sie das wollen) auch dieser Familien-Gemeinschaft öffentlich der Segen Gottes zugesprochen werden.

Die homosexuelle Beziehung selbst kann die Kirche nicht segnen. Denn die Segnenden sind ja nicht die kirchlichen Amtsträger, sondern immer Gott selbst. Menschen können nur seinen Segen den Gesegneten bewusst manchen, indem sie ihn hörbar aussprechen (und dazu müsste man nicht einmal kirchlicher Amtsträger sein). Es gibt aber keine biblischen Aussagen, die homosexuelle Lebensweisen als von Gott positiv bewertet ansprechen. Es kann also keine kirchliche Trauzeremonie für homosexuelle Paare geben. Denn das würde der schöpfungsmäßigen Bestimmung des Menschseins (als Gemeinschaft von Mann und Frau zum „Ebenbild“ Gottes zu werden, siehe 1. Mose 1, 27) widersprechen. Auch die Kirche kann Gott nicht vorschreiben, was er zu segnen hat oder nicht.

Trotzdem: Wenn zwei homosexuell empfindende Menschen in Liebe und Treue miteinander leben und sie dann miteinander vor Gott kommen und sie ihn bitten, dass er ihre Liebe segnet, trotz aller Schuldbelastung (wie ja jede menschliche Gemeinschaft, auch in der heterosexuellen Ehe, immer auch mehr oder weniger schuldbelastet ist), so können sie darauf vertrauen, dass seine segnende Gnade größer ist als alle Schuld.

Wenn aber Paare den Segen Gottes als „ihr gutes Recht“ einfordern, dann werden sie ihn gewiss nicht erlangen (unabhängig davon, ob sie homosexuell oder heterosexuell leben).

Gott ist das Menschsein nicht gleichgültig. Deshalb ist ihm auch nicht jede menschliche Lebensform gleich gültig. Er hat sehr bewusst und um der Menschen willen die Liebesgemeinschaft von Frau und Mann zum „Ebenbild“ für sich selbst erwählt. Es ist ja gerade die gegenseitige Wahrnehmung und Annahme, die gegenseitige Zu-Stimmung und Zu-Neigung, das gegenseitige Miteinander und Füreinander der Verschiedenen (Mann und Frau – verschiedener geht‘s nicht), die zur sichtbaren Vergegenwärtigung seiner Liebe werden soll als sein „Ebenbild“.

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Bodo Fiebig Urbild und Abbild Version 2021-4

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