Bereich: B Herausforderungen der Gegenwart

Thema: Die Krise der Demokratie

Beitrag 10: Globale Mitmenschlichkeit (Bodo Fiebig)

Was ist das: „Menschlichkeit“, oder gar „Mitmenschlichkeit“? Welches Verhalten ist denn „menschlich“, also dem Menschsein angemessen? Trägt der Mensch nicht alle Instinkte seiner tierischen Vorfahren in sich und alle (auch die zerstörerischen) Reflexe der Menschheitsgeschichte? Ist er nicht auf Selbsterhaltung im „Kampf ums Dasein“ programmiert wie alle anderen Lebewesen auch? Was ist denn der Mensch, dass sich an seinem Wesen so etwas wie „Menschlichkeit“ ermessen ließe?

Der „Weg zu einer globalen Mitmenschlichkeit“ wird hier aus der Perspektive des biblischen Glaubens beschrieben. Es ist meine Perspektive, obwohl mir bewusst ist, dass man diesen Weg auch aus anderer Perspektive heraus suchen und finden kann (siehe das Thema „Weltreligionen und biblischer Glaube“)

1 Was ist der Mensch?

Die Bibel sagt: Materiell gesehen ist der Mensch gar nichts Besonderes. „Staub vom Erdboden” ist er, heißt es da (1. Mose 2, 7; siehe dazu auch das Thema „Schöpfungsglaube und modernes Weltbild.) Und die Bibel hat recht: Die Atome, aus denen ein menschlicher Körper zusammengesetzt ist, unterscheiden sich in nichts von denen, die den „Staub vom Erdboden” bilden. Auch biologisch gesehen ist der Mensch nichts Besonderes. Biologisch funktioniert er genau so wie jedes andere Lebewesen auch. Und genetisch ist er den Säugetieren ganz eng verwandt. Das Besondere des Mensch-Seins liegt nicht in seiner Materie und nicht in seiner Biologie. Worin aber dann? Was macht denn dann das Mensch-Sein des Menschen aus? Die Bibel sagt: Das Besondere am Menschen liegt in seiner Berufung, liegt in dem, was er sein kann und werden soll (siehe das Thema „sein und sollen“). Jedes Tier erfüllt den Sinn seines Daseins allein schon durch sein Da-Sein als Mit-Geschöpf im Beziehungsgefüge des Lebens. Es kann seinen Lebenssinn nicht verfehlen. Der Mensch aber hat die Erfüllung seines Lebenssinns als Aufgabe bekommen, die er erfüllen oder auch versäumen kann. Er ist das einzige Lebewesen, das den Sinn seines Daseins nicht in sich selbst hat, sondern ihn suchen und finden und als Berufung annehmen muss. Aber was ist das für eine Berufung? Das steht schon auf der ersten Seite der Bibel: 1.Mose 1, 26-27 (wörtliche Übersetzung):: Und (es) sprach Gott: Machen wollen wir Menschen in unserem Bild, gemäß unserer Gleichheit. (…) Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn …

Der Mensch ist im Vergleich zu allem Vorangegangenen eine wirkliche Neuschöpfung Gottes, trotz seiner biologischen Nähe zu den Säugetieren. Und dieses „ganz Neue“ ist nicht materieller und nicht biologischer Art, sondern besteht in einer besonderen, nur die Menschen betreffenden Berufung: Die Schöpfung „Mensch“ soll „Bild“ sein, Ikone – Ikone Gottes, das heißt: sichtbare Darstellung des Schöpfers in der Schöpfung, anschaubare Vergegenwärtigung Gottes mitten in einer scheinbar gottlosen Welt. Dabei ist aber der Mensch keine optische Abbildung Gottes, als wäre Gott ein Wesen mit menschenähnlicher Gestalt, mit Armen und Beinen, mit Augen, Mund und Nase… (dann wäre ja Gott ein Abbild des Menschen, und so haben sich Menschen zu allen Zeiten ihre Götter vorzustellen versucht).

Nein, der Mensch ist keine optische Abbildung Gottes sondern eine wesentliche. Durch das Menschsein soll das Wesen Gottes in der Schöpfung anwesend sein. Aber, wer ist Gott, was ist denn sein eigentliches Wesen? Und wozu hat er uns geschaffen und was erwartet er von uns? Die Antworten auf solche Fragen sind von uns aus nicht zugänglich. Wir können mit den Mitteln menschlicher Erkenntnisfähigkeit nur so viel von Gott erfassen und mit den Mitteln menschlichen Sprache nur so viel von Gott aussagen, als er selbst sich uns offenbart.

Und Gott hat sich offenbart: In der Schöpfung, in der Geschichte Israels, im Leben, Reden und Handeln Jesu, auch in der Geschichte der Christenheit der vergangenen 2000 Jahre und in der Weltgeschichte und Heilsgeschichte bis heute. Und in dieser Selbstoffenbarung Gottes über Jahrtausende hinweg können wir wahrnehmen, dass die Existenz Gottes wesentlich in einem „In-Beziehung-Sein“ besteht, einem „In-Beziehung-Sein“, das wir mit den Mitteln der menschlichen Sprache (freilich völlig unzureichend, aber wir haben keine Alternative) mit dem Begriff „Liebe“ umschreiben. (siehe auch das Thema „AhaBaH – das Höchste ist lieben)

In der Bibel klingt das so: 1. Joh 4, 7-8: „Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Das also (das, was hier mit dem Begriff „Liebe” umschrieben wird), das ist es, was das Gott-Sein Gottes ausmacht, sie ist sein eigentliches „Wesen”, seine „Person“, seine „Substanz”, seine „Identität”.

Die Bibel beschreibt (in deutscher Übersetzung) das Wesen Gottes in drei Worten: Gott – ist – Liebe. Damit ist alles Wesentliche über den Gott der Bibel ausgesagt: Sein Wesen ist ein „Für-den-andern-da-sein“ in voraussetzungsloser Annahme, uneingeschränkter Zuwendung, unerschütterlicher Treue und opferbereiter Hingabe. Und diese Liebe, die das Gott-Sein Gottes ausmacht, die soll nun als sein „Ebenbild” auch das Mensch-Sein des Menschen bestimmen. Das, was das Menschsein des Menschen ausmacht, ist die Fähigkeit zu lieben. Zu lieben aus bewusster Hingabe an ein Du. Zu lieben, auch wenn es für das eigene Ich Nachteile einbringt. Zu lieben, auch wenn es etwas kostet.

Solche Liebe, die sich bewusst an ein Gegenüber hingibt, die nicht sich selbst erhöhen, sondern dem andern zur Erfüllung seines Menschseins und zur Freude am Dasein helfen will, die sich aus freiem Willen für eine Gemeinschaft engagiert und die sich sogar selbst unter Zurückstellung des eigenen kreatürlichen Lebenswillens für das Gefährdete und Verlorene einsetzen kann, um es zu retten, das ist das Göttliche, das sich im Menschsein widerspiegeln soll als sein Ebenbild und das durch den Menschen in der Schöpfung gegenwärtig und wirksam sein soll.

Diese Liebe soll zur Überwindung des universalen Ego-Prinzips der Evolution werden im Miteinander der Menschen. Sie ist das Gegenmodell zum „Kampf ums Dasein”, zum Prinzip vom „Fressen und Gefressen-werden” die sonst alles Leben beherrschen. Mitten in einer Natur, in der jedes Lebewesen um seinen Lebensraum und seine Lebensmittel kämpfen muss, schafft Gott mit dem Menschen ein Geschöpf, das die Möglichkeit hat, seinen Lebensraum bewusst als Raum der Gemeinschaft zu gestalten und seine Lebens-Mittel im bewussten Miteinander und Füreinander zu erwerben.

Wer und wie ist Gott? In der Bibel lesen wir nichts darüber wie Gott aussieht, aber die Bibel ist von der ersten bis zur letzten Seite voll davon, was Gott tut, was er aus Liebe tut. Darin also, im Tun der Liebe, soll der Mensch, soll jede menschliche Gemeinschaft, ja soll das Menschsein als Ganzes ein erkennbares „Abbild“ Gottes werden. Wer mich sieht, der sieht den Vater, sagt Jesus (Joh 14,9). Damit spricht Jesus für sich das aus, was eigentlich die Berufung allen Menschseins ist: Bild Gottes zu sein. Wenn man die Menschen anschaut, nicht wie sie aussehen, sondern wie sie miteinander leben und miteinander umgehen und wie sie einander lieben, dann soll man eine erste, vorsichtige Ahnung davon bekommen: So ist Gott.

Diese Verwirklichung des Menschseins als „Bild Gottes” musste und muss in jeder zeitgeschichtlichen Epoche und in jedem kulturellen Umfeld neu erkannt und konkretisiert werden. In unserer Gegenwart sehen wir uns dabei der noch nie dagewesenen Herausforderung gegenüber, dies im Rahmen einer globalen Gesellschaft zu versuchen. In ihr entsteht eine für viele ganz neue Situation, wo die bisher mehr oder weniger abgegrenzten politischen, wirtschaftlichen, ethnischen, kulturellen und religiösen Eigenarten, Besonderheiten und Interessen einerseits ineinander verfließen, andererseits aber eine Nähe, Häufigkeit und Intensität der Begegnung erfahren, durch die neue Gemeinsamkeiten, aber auch neue Spannungsfelder und Konfrontationen entstehen können. In all dem soll und kann die Berufung des Menschseins als Ebenbild seines Schöpfers zur Grundlage einer Ethik der Mitmenschlichkeit werden, wo Menschen lernen, ihre jeweils „Nächsten“ zu lieben wie sich selbst. Und in einer demokratischen Verfassung menschlicher Gemeinschaft kann das am ehesten Wirklichkeit werden. Dazu will ich im Folgenden das „Menschsein als Liebesgemeinschaft“ mit einem bildhaften Vergleich veranschaulichen:

2 Das Licht der Menschlichkeit

Vielleicht ist es gut, diesen Abschnitt mit einem Gleichnis beginnen, mit einer bildhaften Vorstellung, in der etwas sichtbar werden soll von der Realität der Gottesebenbildlichkeit des Menschseins, die in unserer Welt und Zeit zum Fundament einer „Ethik der Mitmenschlichkeit“ werden kann (siehe dazu auch das Thema „sein und sollen“).

Stelle dir vor, du hättest eine Art „Lampe“ in deiner Hand, eine Lampe mit einer besonderen Eigenschaft: Sie könnte nämlich eine ganz spezielle Art Energie, die in dir wirksam ist, erkennen, aufnehmen und in Leuchtkraft umwandeln. Und je stärker diese Energie in dir wäre, desto heller und strahlender würde diese deine Lampe zum Leuchten kommen.

Wann würde diese Lampe in deiner Hand mit einem ersten zaghaften Glimmen anzeigen, dass da etwas in dir ist, eine Energie, eine Lebenskraft, die hinausgeht über den bloßen Selbsterhaltungstrieb des Lebens, hinausgeht über die Jagd nach Anerkennung, über den Willen zur Macht und über das Streben nach mehr und immer mehr Besitz? Vielleicht schon, wenn du für einen Augenblick deine Aufmerksamkeit von dir selbst wegwenden und du einen Menschen wahrnehmen würdest, der zufällig an dir vorübergeht, und du dabei dem ersten, unwillkürlichen Impuls widerstehen würdest, ihn als fremd und störend zu empfinden.

Heller und wärmer würde dieses erste Glimmen dann, wenn du einem Menschen – bekannt oder unbekannt – ein Lächeln schenkst, ein freundliches Wort, eine bejahende Geste; einfach so, ohne Absicht und Hintergedanken; wenn du einem, der sich angestrengt hat, einen stummen Dank zunickst; wenn du einer, die sich gemüht hat, ein anerkennendes Wort sagst; wenn du jemandem, der sich unsicher fühlt, mit einem Blick zeigst, dass es dich freut, ihn zu sehen.

Wirklich hell und strahlend würde das Licht dieser Lampe dann, wenn du bereit wärst, auf einen eigenen Vorteil zu verzichten, um jemandem, der im Nachteil ist, zu helfen; wenn du es fertig brächtest, eine gehobene Position aufs Spiel zu setzen, um dich für jemanden einzusetzen, der den untersten Platz einnimmt; wenn du dich dazu durchringen könntest, ein eigenes Vorhaben hintanzustellen, um die Pläne eines anderen voranzubringen; wenn du Macht, Reichtum und Ruhm aufgeben könntest, um einem Machtlosen, Armen und Unbedeutenden nahe zu sein.

Noch heller, noch schöner und lebendiger wäre dieses Strahlen dann, wenn du dich für das Leben in der Gemeinschaft einsetzen würdest, sei es in deiner Familie, in der Nachbarschaft, in einer Arbeitsgruppe, einer Schulklasse, in einer Vereinigung, die dem Wohl der Menschen dienen will (sei es das Rote Kreuz, die Feuerwehr oder sonst eine helfende Einrichtung), sei es in deinem Volk oder in einer völkerübergreifenden, Grenzen überwindenden und Frieden stiftenden Gemeinschaft.

Ihre höchste Leuchtkraft und strahlendste Schönheit würde diese Lampe dann erreichen, wenn Du jemandem (sei es ein Einzelner oder eine Gruppe), der dir selbst weh getan hat, vergibst und diese Vergebung bestätigst, indem du etwas für ihn tust, das ihn erfreuen kann; wenn du jemandem, der dir mit Ablehnung und Hass begegnet, mit Offenheit und Verständigungsbereitschaft entgegengehst; wenn du einem, der dir feindlich gegenübersteht, der dir schaden, vielleicht sogar dich töten will, die Hand zur Versöhnung reichst.

Du hast schon gemerkt, dass die Art von Energie, die in deiner gedachten Lampe zum Leuchten kommt, diejenige ist, die in der Bibel „Liebe“ genannt wird. 1.Kor 13, 1-7 (Lutherübersetzung): „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.Merken wir das Leuchten, das in diesen Worten liegt, ein Leuchten, das schon seit 2000 Jahren inmitten der Finsternis dieser Welt einen hellen Glanz verbreitet? „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

So beschreibt der Apostel Paulus diese Energie der Liebe, die im Miteinander der Menschen zum Leuchten kommen soll. Wie oft hätte diese deine „Lampe“ in deiner Hand heute ein blasses Glimmen gezeigt, wie oft hätte sie hell geleuchtet, … und wie lange, wie viele Stunden dieses Tages, wäre sie ganz und gar dunkel geblieben?

Nun stelle dir vor, nicht nur du, sondern viele, ja alle Menschen, alle Menschen auf dieser Erde (mehr als sieben Milliarden!) hätten so eine „Lampe“ in der Hand. Wie würde das aussehen, aus der Ferne betrachtet? Wie ein strahlendes, glitzerndes Lichtermeer oder wie tiefe, schwere Dunkelheit, vielleicht mit ein paar wenigen Lichtpünktchen darin?

Was sieht Gott, wenn er auf diese Erde schaut, die er selbst geschaffen hat? Die Bibel verschweigt es nicht: Jes 60,2: Siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker. Das ist unser Zustand und der Zustand dieser Welt, von Gott her gesehen. Und wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Ja, es stimmt. Diese Erde ist tatsächlich von Finsternis bedeckt, ein verdunkelter Globus, wo einige Wenige sagenhafte Reichtümer anhäufen und wo als Folge davon Millionen Andere in bitterster Armut leben, wo Korruption und Verbrechen, Ausbeutung und Sklaverei, Kriege und Bürgerkriege ganze Länder und Kontinente verwüsten, wo eine ganze Medien-Industrie davon lebt, immer grausamere Verbrechen, Mord und Gewalt Abend für Abend in unsere Wohnzimmer zu liefern – als Unterhaltung(!), während gleich nebenan das echte Verbrechen zuschlägt: Raub und Betrug, Gewalt und Mord, Rauschgift-, Waffen- und Menschenhandel und Zwangsprostitution, und wo das organisierte Verbrechen sich immer unlösbarer mit den Mächten der Wirtschaft und der Politik verbündet.

Dies ist wahrhaftig eine erkaltete Erde, wo im Zeichen der „Globalisierung“ soziale Sicherheiten abgebaut und die Menschen schutzlos einem Raubtierkapitalismus ausgeliefert werden, ausgebeutet und in die Verelendung getrieben (was wir hier zur Zeit in den sogenannten „Industrie­ländern des Westens“ erleben, ist ja nur der vorsichtige Anfang einer Entwicklung, die woanders schon viel weiter fortgeschritten ist). Dies ist wahrhaftig eine verfinsterte Welt, wo Habgier und Egoismus, Ungerechtigkeit und Parteilichkeit, Hass und Gewalt die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern zerstören, wo die Liebe sogar in der innersten Keimzelle des gemeinsamen Lebens, in der Familie, erkaltet, wo die Ehen massenweise kaputt gehen, und Beziehungen zwischen Menschen reduziert werden auf die Frage, „… na, und was bringt mir das?“

Diese Erde ist in Dunkel gehüllt, und sie war doch dazu bestimmt, zum leuchtenden Mittelpunkt der Schöpfung zu werden durch das Licht der Liebe im Miteinander des Menschseins. Das ist unser Sündenfall, dass wir von dieser Menschheitsberufung so weit entfernt sind und heute weiter denn je. Gott aber gibt seine Schöpfung nicht auf, heute so wenig wie damals. Der Satz aus Jes 60, 1-3, der oben zitiert wurde, heißt als Ganzes gelesen so: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Im Neuen Testament lesen wir es so: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16).

Ja, die Liebe Gottes gilt der „Welt“, also der ganzen Menschheit und Schöpfung. Die Unversöhntheit der Menschen mit ihrem Schöpfer, und (als Folge davon) ihre Friedlosigkeit und Zerrissenheit untereinander, sollen geheilt werden. Alle sollen aus der Gewalt des Egoismus und der Feindschaft befreit werden, sollen zum Frieden kommen mit Gott und miteinander. Der Mensch soll nicht mehr des Menschen „Wolf” sein. Das Gesetz des Lebens soll nicht mehr heißen: „fressen und gefressen-werden“. Der Starke soll dem Schwachen nicht mehr Gewalttäter sein, sondern Schutz und Hilfe. Der Nächste soll dem Menschen nicht mehr Konkurrent, Gegner und Feind sein, sondern Geliebter. Die ganze Menschheit auf diesem ganzen Globus soll zu der einen, alle und alles umfassenden Liebes- und Lebensgemeinschaft werden (als Abbild des Wesens Gottes), zu der sie ursprünglich geschaffen war. Das ist die Art von Globalisierung, die Gott auf diesem Globus verwirklichen will.

Diesen Heilsplan Gottes für die Welt zu erkennen und den Glauben an die Liebe Gottes durchzuhalten in einer Welt, die zur einen Hälfte als egozentrische, rücksichtslose Konsum- und Spaßgesellschaft existiert und zur anderen Hälfte als permanente Kriegs- und Hungerkatastrophe, das ist eine der Herausforderungen unserer Zeit.

3 Das Leuchtbild der Gemeinschaft

Aber vielleicht sieht Gott doch mehr und viel tiefer, als wir es können? Vielleicht sieht er ein Bild, das unseren Blicken verborgen ist? Vielleicht hat er ein Leuchtbild der Menschlichkeit vor Augen, von dem wir kaum etwas ahnen?

Ich will wieder versuchen, in einem Vergleich anzudeuten, was gemeint sein könnte. Viele haben zu Hause ein bestimmtes Computerprogramm, einen Computer-Weltatlas. Mit diesem Programm kann man sich die Erde als Globus auf den Bildschirm holen. Und zwar in verschiedenen Ansichten: Da kann man in einer Ansicht die Meere und Länder, die Gebirge und Flüsse besonders gut erkennen. In einer anderen Ansicht sieht man vor allem die Städte und Verkehrswege, die Bodenschätze und Industriegebiete. Und dann gibt es da noch eine Nachtansicht des Globus. Die sieht aus, als ob man vom Weltraum aus auf die Nachtseite der Erde schaut. Da kann man zunächst gar keine Länder und Meere sehen, da sieht man auf dunklem Hintergrund nur einzelne Lichtpunkte. Und diese Punkte sind bei diesem Programm nach dem Energieumsatz angeordnet. Da wo viel Energie eingesetzt wird, also in den großen Städten und Industriegebieten, da sind viele Lichtpunkte, und bei den Meeren und Wüsten und Polargebieten, da ist es ganz dunkel. Auf den ersten Blick kann man da weiter gar nichts erkennen. Aber wenn man sich diese Nachtansicht der Erde etwas genauer anschaut, dann erkennt man tatsächlich die Kontinente der Erde. Man kann die Küstenlinien erahnen, weil da meistens viele Städte sind und die Leuchtpünktchen dort nahe beieinander liegen und man erkennt die Kältezonen und Wüsten der Erde daran, dass es da fast ganz finster ist.

Vielleicht sieht Gott, wenn er auf die „Nachtseite” der Erde schaut, auch solche Leuchtpunkte: die Leuchtpunkte vom Energieumsatz der Liebe, wie in dem Bild von den Leuchtkugeln in unserer Hand.

Aber hier meldet sich berechtigte Skepsis: Kann wirklich die positive Haltung einzelner Menschen die kollektive Verfinsterung des Menschseins erhellen? Machen wir uns da nicht etwas vor? Gewiss: Aus der Nähe betrachtet und vor den Augen Gottes leuchtet schon die kleinste Geste der Mitmenschlichkeit, auch wenn sie von der Dunkelheit und der Kälte dieser Welt immer wieder in Frage gestellt und aufgesogen wird. Aufs Ganze gesehen aber können diese vereinzelten Leuchtzeichen der Liebe die Verfinsterung des Daseins nicht durchdringen. Denn hier geht es ja um Welt-Verfinsterung, um eine Menschheits-Umnachtung, die mit Dunkel-Wörtern wie „Auschwitz“ oder „Hiroschima“ oder „Weltwirtschaftskrise” oder „weltweiter Drogen-, Waffen- und Menschenhandel” oder „religiös motivierter Terrorismus” oder „Weltverfolgungsindex” oder „Spezial-Operation russischer Streitkräfte in der Ukraine“ usw. nur angedeutet werden kann. Nein, was da sichtbar wird in der Dunkelheit der Welt, das sind nicht einzelne, besonders heilige Menschen, auch ihr Leuchten würde bei weitem nicht ausreichen.

Die Verfinsterung der Welt besteht ja im Wesentlichen nicht aus einzelnen Untaten einzelner Menschen, sondern aus Machtsystemen der Bosheit. Die Finsternis in der Geschichte der Menschheit wurde immer da am finstersten, wo sie sich zu einem kollektiven System aus ideologischer Entmenschlichung des Denkens und verbrecherischer Entmenschlichung des Handelns verdichtete. In Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus gab es so ein Dunkelsystem der Unmenschlichkeit, nämlich das Unterdrückungs- und Vernichtungssystem der „Konzentrationslager“, das schließlich Millionen von Menschen verschlang, als hätte es sie nie gegeben. Da waren eben nicht nur einzelne böse Menschen am Werk, sondern es war ein mit böser Absicht geplantes und immer weiter ausgebautes System, das daraufhin ausgerichtet war, die Gefangenen, die ja meist keinerlei persönliche „Schuld“ auf sich geladen hatten, zu erniedrigen, zu quälen, ihre Arbeitskraft bis zum äußersten auszubeuten und sie schließlich zu töten. Man könnte genauso auch die Arbeitslager des GULAG in der Sowjetunion unter Stalin, die „Umerziehungslager” der „Kulturrevolution” unter Mao in China oder als heute aktuelles Beispiel die Straflager des kommunistischen Systems in Nordkorea als Beispiele heranziehen.

Heute finden wir ein solches Dunkelsystem der Menschenverachtung vielleicht auch in den hell erleuchteten, glänzenden Börsensälen in den Weltzentren des Geldes, wo an einem einzigen Tag, in einer einzigen Stunde durch weltweite (von Computersystemen in Bruchteilen von Sekunden gesteuerte) finanzielle Transaktionen über Tausende oder manchmal sogar Millionen von Menschenschicksalen entschieden wird. Wobei ja das Schlimme nicht der Börsenhandel selbst ist, sondern das Denksystem der dort handelnden Menschen, das es ganz selbstverständlich und sinnvoll erscheinen lässt, Milliardenbeträge rund um den Globus zu verschieben und an jeder dieser Verschiebestationen riesige Reichtümer zu verdienen (oder auch mal zu verlieren), ohne nur eine Sekunde daran zu denken, dass diese Werte ja irgendwann, irgendwo von Menschen erarbeitet worden sind, und dass jede dieser Transaktionen Millionen von menschlichen Existenzen ermöglichen oder vernichten kann.

Die wirklich bösen Folgen der weltweiten Finanzkrisen sind ja nicht hier bei uns zu sehen, sondern in den ohnehin schon bitter armen Entwicklungsländern, die nun gar keine Chance auf Besserung mehr haben. Dort wird wirklich und leibhaftig gehungert und gestorben als Folge der unersättlichen Gier nach mehr Reichtum von eh schon Reichen. Und gegen solche Systeme kollektiver Seelenverfinsterung wird auch das Licht der frömmsten Einzelnen nicht anleuchten können.

Aber: Nicht nur die Verfinsterung der Welt geschieht vor allem durch kollektive Systeme, auch die Durchlichtung des Menschseins kann nur durch organisch strukturierte und systemisch vernetzte Gemeinschaften geschehen. Wir müssen also das Bild von den „Lampen“, die den Energieumsatz der Liebe anzeigt, noch etwas erweitern und differenzieren: Nur dann, wenn die Nächsten-Liebe in einem in Treue auf Dauer angelegten Beziehungssystem, in einer beständigen Gemeinschaft des Miteinander und Füreinander zum Vollzug kommt, kann sie die Leuchtkraft entwickeln, die auch die schwärzeste Finsternis menschlicher Schuld durchdringt. So etwas ist grundsätzlich in allen Kulturen und Religionen möglich. Im Besonderen aber ist das die Berufung der Christenheit. Jo 13, 34+35 sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

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Es sollte nach dem Willen Gottes, des Schöpfers, nicht nur ein großartiges, unfassbar großes Universum entstehen, mit all seinen Massen und Energien, Galaxien und Sonnensystemen, und mit einem winzigen Planeten, der um eine der Milliarden Sonnen in einer der Milliarden Galaxien kreist, unsere Erde, auf der wir leben. Nicht nur das.

 Und es sollte auf dieser Erde nicht nur eine erdumspannende Biosphäre entstehen, eine alle Kontinente und Meere umfassende Lebens-Schicht, die rund um die Erde, von Pol zu Pol und von den Tiefen der Ozeane bis in die Höhen der Atmosphäre reicht, und in der alles Leben wechselseitig voneinander abhängt und aufeinander bezogen ist. Nicht nur das.

Es sollte auf dieser Erde nicht nur eine alle Völker, Sprachen und Kulturen umfassende Weltsphäre des Geistes entstehen, die in alle Jahrtausende der Menschheitsgeschichte zurückreicht und die sich im Austausch der Gedanken, Bilder und Worte zu einem globalen Gesamtkunstwerk menschlichen Geistes verknüpft und verdichtet. Nicht nur das.

Es soll auf dieser Erde auch eine die ganze Menschheit umfassende Weltsphäre der Liebe entstehen, ein Weltorganismus des Miteinander und Füreinander, ein Beziehungsgeflecht der Liebe, das alle Völker und Kulturen, alle Sprachen und Rassen, alle Gesellschaftsformen und Lebensgemeinschaften durchdringt, ein weltweites Leuchtmuster der Mitmenschlichkeit, das inmitten der verfinsterten Gegenwart in aller Unvollkommenheit doch schon die gottgewollte Liebeseinheit der Menschheitsfamilie vorabbildet, ein Weltorganismus der Für-Bitte und des Für-Handelns, ein globaler Blutkreislauf geistlicher und materieller Gaben, durch den das eine und alles überstrahlende Bild der Liebe Gottes im Menschsein trotz aller menschlichen Schwächen und Brechungen anschaubar und lebendig wird.

Das ist die Globalisierung, die Gott selbst gewollt und begonnen hat. Eine Globalisierung, in der das Menschsein das werden kann, was es sein soll: Ebenbild Gottes, Abbild seiner Liebe im Miteinander der Völker und Kulturen. Und darin der Einzelne als Weltmensch, Gemeinschaftswesen und Individuum, dessen Identität sich immer mehr und immer deutlicher durch liebevolle Begegnung, Zugehörigkeit und Gemeinschaft füllt. Eine allen gemeinsame „Ethik der Mitmenschlichkeit als Grundlage für eine globale Gesellschaft. Ohne dieses tragende Fundament wäre die Gefahr riesengroß, dass aus der einen Welt das eine große Weltgefängnis würde, in dem das Menschsein unter dem Stiefel der Macht kaputtgetreten wird. Mitmenschlichkeit oder Unmenschlichkeit, das ist die gegenwärtig entstehende Alternative für die Zukunft der Globalisierung.

4 Globalisierung des Heils

Das Reich Gottes, die königlich-priesterliche Demokratie des Volkes Gottes, ist nicht auf das Judentum beschränkt und auch nicht auf die Christenheit, es ist als Zielperspektive für die ganze Menschheit vorgesehen: … in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter (alle Völker und Generationen) auf Erden (1. Mose 12, 3). Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16).

Die Liebe Gottes gilt der „Welt“, also der ganzen Menschheit und Schöpfung und ihre Auswirkungen sollen global und umfassend sein: Die Unversöhntheit der Menschen mit ihrem Schöpfer und (als Folge davon ihre Friedlosigkeit und Zerrissenheit untereinander) soll geheilt werden. Alle sollen aus der Gewalt des Egoismus und der Feindschaft befreit werden, sollen zum Frieden kommen mit Gott und miteinander. Der Mensch soll nicht mehr des Menschen „Wolf” sein. Das Gesetz des Lebens soll nicht mehr heißen: „Fressen und Gefressen – Werden“. Der Starke soll dem Schwachen nicht mehr Gewalttäter sein, sondern Schutz und Hilfe. Der Nächste soll dem Menschen nicht mehr Konkurrent, Gegner und Feind sein, sondern Geliebter (siehe das Thema „AHaBaH – das Höchste ist lieben“). Die ganze Menschheit soll (in der Zielperspektive des Gottesreiches) zu der einen, alle umfassenden Liebes- und Lebensgemeinschaft werden (als Abbild des Wesens Gottes), zu der sie ursprünglich geschaffen war (1. Mose 1, 27: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde …). Das ist die Globalisierung, die Gott auf diesem Globus verwirklichen will.

Dazu hat sich Gott Israel als Erstlingsvolk erwählt, dass es als königliche Priesterschaft (2. Mose 19,6) an der Heiligung und Versöhnung der Menschheit mitwirken soll. Dazu hat Gott seine Weisung (Thora) ins Menschsein gegeben, dass sie Orientierung und Hilfe sei auf dem Weg zur Einheit in versöhnter Vielfalt und zur Gemeinschaft in liebender Zuordnung. Auch wenn Israel diesem Auftrag nicht immer gerecht wurde: Es ist trotzdem zugleich Botschafter und Botschaft Gottes an die Welt. Ich bin der Herr dein Gott, der ich dich aus der Knechtschaft geführt habe … (1. Mose 20,2). Nicht nur Israel aus der Knechtschaft in Ägypten (das war nur der Modellfall), sondern alle Menschen aus aller Knechtschaft des Egoismus und der Schuld, der Feindschaft und der Unterdrückung, des Hasses und der Gewalt.

Dazu hat Gott sich selbst (seine Liebe, die sein innerstes „Wesen“ ist, seine „Substanz“ seine „Person“, seine „Identität“, sein „Geist“) in Jesus ins Menschsein gegeben, dass er die wahre Bestimmung des Menschen als Bild Gottes in der Schöpfung doch noch verwirklicht. Johannes 14,9: Wer mich sieht, der sieht den Vater! Damit ist das Urbild des Menschseins als Abbild der Liebe Gottes wieder hergestellt. An seinem Vor-Bild sollen Juden und Heiden das Menschsein lernen, so wie es von Gott ursprünglich gemeint und gewollt war. Durch seine Hingabe am Kreuz soll der tiefe Menschheitsschaden des Egoismus geheilt und alle daraus entstandene Schuld getilgt werden. Durch seine Auferstehung soll die Überwindung jeden Todes ihren Anfang nehmen. Durch sein Wiederkommen in Herrlichkeit soll die Erlösung der Welt vollendet werden.

Dazu hat Gott schließlich zu Pfingsten durch den Heiligen Geist die eine Jesusjüngerschaft ins Leben gerufen, damit in ihrer Liebesgemeinschaft aus messiasgläubigen Juden und christusgläubigen Nichtjuden die ganze Menschheit (die ja auch aus Juden und Nichtjuden besteht) das Modell ihrer zukünftigen allumfassenden Versöhnung vorgelebt bekommt.

Dazu hat Gott zweitausend Jahre schuldbeladener Kirchengeschichte getragen und ertragen, trotz aller Zerrissenheit und allen Abfalls, dass dieses Versöhnungswerk zu seiner Zeit dennoch Wirklichkeit werden kann. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“, sangen die Engel bei der Geburt Jesu bei den Hirten von Bethlehem (Lukas 2,14).

Diesen Heilsplan Gottes für die Welt zu erkennen und den Glauben an die Liebe Gottes durchzuhalten in einer Welt, die zur einen Hälfte als egozentrische, rücksichtslose Konsum- und Spaßgesellschaft und zur anderen Hälfte als permanente Kriegs- und Hungerkatastrophe existiert, ist eine der Herausforderungen unserer Zeit.

Wenn wir nicht geistlich blind sind, können wir es deutlich erkennen: Gott ist dabei, die „weltlichen“ Voraussetzungen zu schaffen dafür, dass er einen nächsten und entscheidenden Schritt hin zur Vollendung der Schöpfung gehen kann. Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wären dazu nötig? Nun, grundsätzlich ist das in jedem politischen Umfeld wenigstens ansatzweise möglich. Aber das von Gott dafür vorgesehene Gesellschaftsmodell ist das „Reich Gottes”, ist die „königliche Priesterschaft des ganzen Gottesvolkes”, also eine demokratische Verfassung der Weltgemeinschaft aller Menschen durch die Mitwirkung aller, sowohl an der „weltlichen” Regierung („königliches“ Amt) als auch an der „geistlichen” Leitung der Menschen („priesterliches“ Amt) unter der Herrschaft Gottes und seines Christus im Heiligen Geist, „durch den die Liebe Gottes ausgegossen ist in die Herzen der Menschen“ (Röm 5,5). Auf diesem Fundament könnte die gegenwärtige „Krise der Demokratie“ überwunden werden und verwandelt werden zu einer „Lebensform globaler Mitmenschlichkeit“. Doch, es lohnt sich, darüber nachzudenken, in welchen konkreten Lebens-Weisen und Gemeinschafts-Ordnungen das angestrebt werden könnte und auf welche Weise und mit welchen Schritten das auch im 21. Jahrhundert (wenigstens in Ansätzen) erlebbare Wirklichkeit werden könnte.

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