Bereich: mitdenken

Thema: Zwischen Schöpfung und Vollendung

Beitrag 3: Der zweite Teil der Schöpfung – Erwählung und Bund (Bodo Fiebig)

Wie schon im Eingang von Teil 2 erwähnt, wird hier die Schöpfungsgeschichte in zwei Teilen dargestellt: 1. Erschaffung und 2. Entfaltung, oder im Bild ausgedrückt: Durch die Bereitung der „Bühne“ und durch die Aufführung eines „Spiels“. Jetzt im zweiten Teil geht es um die Aufführung. Die materielle Schöpfung, die Entwicklung des Lebens und des Menschseins sind so weit vorangeschritten, dass das „Spiel der Liebe“ beginnen kann. Zunächst durch „Erwählung und Bund“ (3a) und dann (unter Fortführung von Erwählung und Bund) durch die „Vergegenwärtigung Gottes im Menschsein“ (3b) und dies vor allem durch Jesus, als die vollkommene Darstellung der Liebe Gottes im Menschen und durch die Gemeinschaft der Jesusnachfolger.

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3a Erwählung und Bund

Gott erwählt (durch die ganze Heilsgeschichte im AT und NT hindurch und bis heute) immer wieder einzelne Menschen und Gruppen, dann auch ein einzelnes Volk (Israel), um mit ihnen stellvertretend und vorbereitend für alle Menschen und alle Völker seine Liebesgeschichte mit den Menschen zu beginnen. Dabei muss man beachten: Erwählung durch Gott bedeutet niemals Bevorzugung (wir sind die Lieblinge Gottes, uns kann nichts passieren), sondern Erwählung als Erstlinge und Pioniere für eine besonders gefährliche und verlustreiche Aufgabe*. Diejenigen, die zu Erstlingen der Gottebenbildlichkeit und zum Bund der Liebe mit Gott berufen werden, müssen damit rechnen, dass sie von der noch gottlosen Menschheit abgelehnt, gehasst und getötet werden (siehe die Geschichte des Volkes Israel bis heute). Und: Die Erwählten müssen damit rechnen, dass Gott es bei ihnen genauer nimmt (mit der Nachfolge, mit dem Gehorsam, mit der Wahrhaftigkeit, mit der Hingabe …) als bei anderen.

* Siehe den Themenbeitrag „Konfliktherd Heiliges Land?“, Abschnitt 6 „Streit um die Erwählung“.

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Bild 6: Erwählung und Beauftragung Adams in Eden*

Durch das Menschsein soll das Wesen Gottes in der Schöpfung anwesend und erfahrbar werden, ja mehr noch: soll ein Geschöpf zum Gegenüber der Liebe des Schöpfers werden. Der Mensch ist ja keine optische Abbildung Gottes, als wäre Gott ein Wesen mit menschenähnlicher Gestalt, mit Armen und Beinen, mit Augen, Mund und Nase… (dann wäre Gott ein Abbild des Menschen, und so haben sich Menschen zu allen Zeiten ihre Götter vorzustellen versucht), sondern eine wesentliche. Gott hat keine Leiblichkeit, kein „Aussehen“ nach menschlichen Vorstellungen. In der ganzen Bibel steht nichts darüber, wie Gott aussieht. Nur in Jesus ist ein menschlich erfahrbares „Bild“ Gottes unter uns gegenwärtig (durch ihn erfahren Menschen die Liebe Gottes) aber eben kein für uns heute sichtbares Bild (im NT steht nichts darüber, wie Jesus ausgesehen hat). Gott ist Liebe (1.Joh 4,16). Damit ist alles Wesentliche über Gott ausgesagt, und die Bibel ist von der ersten bis zur letzten Seite voll davon, was Gott aus Liebe tut. Darin also, im Tun der Liebe, soll der Mensch, soll jede menschliche Gemeinschaft, ja das Menschsein als Ganzes ein anschaubares und erfahrbares Eben-Bild der Liebe Gottes werden (siehe den Themenbeitrag „AHABA – Das höchste ist lieben“)

* Siehe dazu das Thema „Adam“ im Bereich „Wege im Glauben“ 

Das geschieht aber nicht automatisch, sondern verlangt noch einen besonderen Akt der Erwählung und Beauftragung von Seiten Gottes und einen Akt der Einwilligung und Hingabe von Seiten des Menschen. Wir können das an der Berufung Adams erkennen. Mitten in der schon vorhandenen Menschheit (zu einer Zeit, als sich die biologische Gattung „Homo Sapiens“ schon über weite Teile der Erde ausgebreitet hatte) erwählt er sich ein Menschen-Paar, mit dem er etwas ganz Neues beginnt: Das Menschsein als geliebtes und wiederliebendes Gegenüber Gottes (diese Sichtweise ist auf dem ersten Blick ungewohnt, aber sie entspricht tatsächlich dem biblischen Text. Siehe dazu das Thema „Schöpfungsglaube und modernes Weltbild“, dort werden die Zusammenhänge ausführlicher dargestellt). Dazu gestaltet er für dieses auserwähltes Menschenpaar einen besonderen und geschützten Lebensraum, den Garten Eden (im trockenen und über weite Strecken wüstenhaften Orient klingt das Wort „Garten“ für ein bewässertes und umfriedetes Stück Land selbst schon wie „Paradies“). Dort stattet Gott Adam und dann auch dessen Frau mit seinem göttlichen Lebensodem aus, der Neschama (1. Mose 2,7).

Damit gibt er ihm auch Anteil an seiner eigenen innersten Wesenart: der Fähigkeit zu lieben. „Du sollst Gott, deinen Herrn, liebhaben von ganzem Herzen … und deinen Nächsten wie dich selbst“. Das ist das Göttliche im Menschen und die Berufung allen Menschseins. Wie eng diese Liebesgemeinschaft zwischen Schöpfer und Geschöpf (und der Menschen- Geschöpfe untereinander) gemeint war, erkennen wir an Aussagen Jesu in seinem letzten gemeinsamen Gebet mit seinen Jüngern (Joh 17, 20-23):  Ich bitte (…) für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

Der Vater in Jesus und der wiederum im Vater, und die Jünger in ihnen inmitten ihres Einesseins, so wie Jesus inmitten jeder Jüngergemeinschaft gegenwärtig ist, damit alle Jesusnachfolger vollkommen eins seien durch die Liebe, die die Herrlichkeit Gottes ist und das Zeichen der Gottesgegenwart auf Erden. So innig soll das Liebes-Verhältnis zwischen Gott und Mensch (und der Menschen untereinander) sein und so rückhaltlos hat der Schöpfer sich selbst und das Gelingen seiner Schöpfung an die Verwirklichung dieser Liebe gebunden. Mit der Erwählung und Beauftragung des Menschseins als anschaubares „Bild“ und erfahrbare Vergegenwärtigung der Liebe Gottes war von der Seite Gottes her alles vorbereitet, dass die Schöpfung zu ihrem Ziel gelangen kann. Was noch fehlte (und weithin immer noch fehlt), ist das bestätigende „Ja“ des Menschen als Antwort auf die Zuwendung Gottes.

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Bild 7: Verweigerung

Aber dieses bestätigende „Ja“ blieb aus. Der Garten Eden wurde nicht zum Schauplatz der sich entfaltenden Liebe des Menschen zu seinem Schöpfer (und der Menschen untereinander), sondern zum „Tat-Ort“ von Ablehnung und Verweigerung. Dabei ging (und geht) es nicht in erster Linie um eine Verweigerung des Gehorsams, sondern um eine Verweigerung des Vertrauens als Antwort auf die Zuwendung Gottes: „Sollte Gott gesagt haben …? Sollte Gott wirklich Gebote aussprechen und unsere Freiheit einengen? Wie unmodern das klingt! Und überhaupt: Stellt euch doch mal vor, wir, ja wir selbst könnten sein wie Gott, wenn wir uns nicht auf so unsichere Sachen wie Liebe und Vertrauen einlassen, sondern entschlossen die Chance zur Selbstverwirklichung nutzen!“

Diese Verweigerung ist nicht nur ein harmloser „Schönheitsfehler“ in einem sonst schattenlosen Paradies, sondern sie stellt die Schöpfung insgesamt in Frage. Die ist um der Liebe willen gemacht, einer Liebe, die auf Vertrauen und Hingabe beruht. Diese Liebe sollte im Schutzraum des Gartens Eden wachsen und reifen, bis sie, gefestigt und geläutert, zur Lebensgrundlage des ganzen Menschseins und zum tragenden Fundament der ganzen Schöpfung werden könnte: Himmel auf Erden, göttliches Leben mitten im irdisch-materiellen Dasein bei den Menschen seines Wohlgefallens. Nun aber, da der Mensch an der Herausforderung dieser Liebe gescheitert war (und bis heute immer wieder scheitert; insofern ist der „Sündenfall“ auch unsere alltägliche Geschichte), bekam nicht göttliches Leben Macht über das Menschsein, sondern der Tod.

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Bild 8: Trennung

Wie sollen wir das verstehen, waren denn Adam und Eva ursprünglich unsterblich im Paradies? Nein, natürlich nicht, ebenso wenig wie alle anderen Menschen auch. Sie waren biologisch gesehen  sterblich wie alle Lebewesen. Aber sie hatten (spirituell gesehen) durch den Lebenshauch Gottes schon den Atem der Ewigkeit in sich, hatten durch den Geist der Liebe, den Gott ihnen eingehaucht hatte, schon die Lebenskraft des Himmels mitten in ihrem irdischen Dasein gegenwärtig. Sie hätten bei ihrem irdischen Sterben leicht und ohne existenziellen Bruch in die himmlische Realität der unverhüllten Gottesgegenwart gehen können. Denn wenn die Liebe zum Lebenselement des Menschseins wird, dann wird die irdisch-menschliche Existenz der himmlischen Wirklichkeit Gottes ähnlicher, dann kommt uns die himmlische Wirklichkeit schon hier auf der Erde näher, wird uns vertrauter und wesensverwandter und dann verliert die Grenze des Todes, die irdisches und himmlisches Leben voneinander trennt, ihre Kälte und Schärfe. Adam und seine Frau Eva hätten schon mitten im Irdischen ein Leben führen sollen (und können!), das sie mit dem Wesen Gottes und mit der Realität der himmlischen Welt so nah in Berührung bringt, dass sie bei ihrem körperlichen Tod von einer Realität in die andere hätten wechseln können, wie man ein Kleidungsstück wechselt, oder wie man in einem großen Haus von der Werkstatt in den Festsaal geht.

Als dies gescheitert war, wurde für Adam und Eva der Tod wieder, wie für uns alle, zum Feind und Zerstörer des Lebens, weil das Leben, das sie nun führten (und wir jetzt führen), nicht „kompatibel“ war (und auch bei uns heute nicht ist) mit den Lebensweisen des Himmels. Das Misstrauen der Menschen gegenüber der Liebe und der Wahrhaftigkeit Gottes zieht eine (von der Seite des Menschen aus) unüberwindbare Trennlinie zwischen Leben und Tod, Himmel und Erde, Schöpfer und Geschöpf. Seitdem bedeutet der Tod Zerbruch des Menschseins, der mit menschlichen Möglichkeiten nicht geheilt werden kann.

Ohne die Gegenwart der Liebe Gottes ist irdisches Leben nur eine flüchtige, vorübergehende Organisationsform materieller Substanz, die im Tode wieder zerfällt, aber mit ihr enthält irdisches Leben schon den Keim der Ewigkeit. In der Grafik erkennen wir: Die Sünde des Egoismus verschließt den Himmel gegenüber der Erde, aber das „und“ Gottes zwischen Himmel und Erde bleibt.

Das sogenannte „Alte Testament“ beschreibt den Weg Gottes zur Neugestaltung des Verhältnisses von Schöpfer und Geschöpf als eine Folge von Bundesschlüssen.

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Bild 9: Der Bund der Bewahrung (Noah)

In mehreren Schritten (Bilder 9 bis 12) baut Gott nun das verlorene Vertrauen der Menschen von Neuem auf. Freilich, was die Menschen so selbstverständlich und leicht als Geschenk der Liebe Gottes hätten haben und genießen können, das müssen sie nun mühsam und in großen Zeiträumen buchstabieren und lernen, damit sie dennoch ihre Berufung erkennen und annehmen und so den Weg zu der Vollendung finden, die ihnen von Anfang an zugedacht war.

Ein erster Schritt dahin ist der Bund der Bewahrung mit Noah: Gott sichert den Menschen zu, dass er ihren Lebensraum erhalten und bewahren will. 1. Mose 8, 21-22: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen (…) Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Diese Zusicherung gilt bis heute und sie gibt uns die Gewissheit, dass Gott seine Schöpfung nicht aufgibt, sondern sie schützt und erhält, bis er sie zu dem von ihm vorbestimmten Ziel bringt.

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Bild 10: Der Bund des Vertrauens (Abraham)

  1. Mose 12,1-4: Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte (siehe das Thema „Abraham“ im Bereich „mitgehen“).

So begann der Bund des Vertrauens, den Gott mit Abraham schloss: Wenn Abraham sich ganz auf die Zusagen Gottes verlässt und bereit ist, auf seine Verheißungen hin alle Sicherheiten zurückzulassen und ganz im Vertrauen auf ihn unbekannte Wege zu gehen, dann wird Gott sich ihm als der Treue erweisen, der ihn mit gegenwärtigem und zu­künftigem Segen ausstat­tet und schließlich alle Menschen aller Zeiten mit einbezieht in diesen Bund.

Diese Herausforderung des Vertrauens wird Abraham sein ganzes Leben hindurch begleiten mit dem Höhepunkt (oder Tiefstpunkt) der „Opferung“ Isaaks. Viele der Verheißungen Gottes für sein Leben konnte Abraham selbst nur in einer sehr vorläufigen und kaum erkennbar angedeuteten Form erleben (die Verheißung eines großen Volkes aus seiner Nachkommenschaft nur in dem einen Sohn Isaak und die Verheißung des eigenen Landes nur in Form einer Grabstätte für seine Frau Sarah). Trotzdem: Seit Abraham besteht dieser Bund zwischen Gott und den Menschen. Wer im Vertrauen auf die Zusagen Gottes unvertraute Wege geht, wird die Treue und den Segen Gottes erfahren.

Bild 11: Der Bund der Weisung (Mose)

  1. Mose 19, 3-6: Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst. Unmittelbar danach (2.Mose 20) erfolgte die Verkündigung der Zehn Gebote.

Die Zehn Gebote sind eine Entfaltung des „Doppelgebots der Liebe“, das Jesus aus dem Alten Testament zitiert. Mt 22, 37-40: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5). Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Genau das Gleiche sagen die Gebote: Keine anderen Götter haben, sich kein (menschliches) Bild von Gott machen (denn der Mensch soll ja selbst das „Bild Gottes“ sein), den Namen Gottes nicht missbrauchen, den von Gott gegebenen Ruhe- und Feiertag nicht entheiligen, so liebt man Gott ganz handfest und konkret. Und Vater und Mutter ehren, einen anderen Menschen nicht töten, die eheliche Treue nicht verletzen, einen Mitmenschen nicht bestehlen, ihn nicht verleumden oder ihn um seine Angehörigen oder seinen Besitz bringen wollen, so liebt man seinen Nächsten. (Oder genauer gesagt: So schafft man einen Raum des Vertrauens als Voraussetzung dafür, dass so etwas wie Liebe entstehen und wachsen kann) und so könnte eine Volksgemeinschaft als königliche Priesterschaft entstehen, in der die Gebote zum Schutzraum der Liebe werden und die Liebe zur Verwirklichung der Gebote.

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Bild 12: Der Bund des Königtums (David)

  1. Sam 7, 12+13: Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich.

Das davidische Königtum war ein neues Angebot der Liebe Gottes, um die Kraft der Gebote zur Verwirklichung der Liebe zu nutzen. Durch das von Gott selbst (trotz aller Fragwürdigkeit, siehe 1.Sam 8,7f) bestätigte Königtum sollte nun der heilbringende und friedenstiftende Wille Gottes in einem hartherzigen und widerspenstigen Volk dennoch durchgesetzt und wirksam werden, sodass sich in ihm der Segen Gottes entfalten konnte.

Aber auch das davidische Königtum und auch David selbst versagten angesichts dieser Verheißung und Herausforderung. Es wird immer deutlicher erkennbar, dass eine weitergehende Offenbarung der Liebe Gottes, eine weitergehende Verwirklichung seines guten Heilsplanes für die Menschen, mit menschlichen Möglichkeiten und durch menschliche Verhältnisse nicht mehr zu verwirklichen war. Auch durch das davidische Königtum konnte Israel nicht auf Dauer auf dem Weg des Friedens, des Gehorsams und Segens gebracht und gehalten werden. Schon die direkten Nachkommen Davids, die ja die Erben der Verheißung hätten werden sollen, verübten schon zu Lebzeiten Davids alle Verbrechen, deren Menschen fähig sind: Aufruhr gegen den Vater, Mord am Bruder, Vergewaltigung der Schwester … und einer von ihnen war eine Frucht von Ehebruch und Mord des Königs David selbst und musste früh sterben – ein Zeichen, dass die David-Verheißung schon in ihren ersten Anfängen zerbrochen war. Aber der rettende Wille Gottes für die ganze Schöpfung war nicht zerbrochen. Es blieb noch eine Möglichkeit zur Verwirklichung seines Heilsplanes: Die Vergegenwärtigung Gottes im Menschsein durch den „Sohn“.

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Bodo Fiebig „Der zweite Teil der Schöpfung – Erwählung und Bund“ Version 2020-8

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