Leben und Frieden

Leben und Frieden – diese beiden Begriffe umschreiben die Ursehnsucht der Menschen: Leben können, ohne Lebens­not­wendiges zu entbehren, darüber hinaus vielleicht noch ausgestattet mit manchem, was das Leben angenehm und schön macht, und in Frieden leben können, ohne Bedrohung, Unterdrückung und Ge­walt, als Teil einer ungefährdeten Gemeinschaft, ge­wollt, geachtet und geliebt…, das wäre der „Himmel auf Erden”, das „Paradies”, die Erfüllung aller Menschheitsträume.

Unsere Wirklichkeit sieht anders aus: Mangel und Not gefährden das Leben von Millionen. Hass und Gewalt (im engsten Miteinander von Menschen ebenso, wie zwischen den Völkern und Kulturen) bedrohen den Frieden.

1) Leben und Frieden: So ist Menschsein gemeint.

Leben (das eigene wie auch die Gesamtheit des Lebens in der Biosphäre der Erde) ist die Voraussetzung für alles Menschsein. Wo das Leben von Menschen in Frage gestellt wird, (durch Folter, Mord und Krieg …, aber auch durch Mangel, Not und Zerstörung der Lebensgrundlagen), da ist alles Menschsein in Frage gestellt, selbst wenn es nur einen Einzelnen beträfe.

Frieden ist Voraussetzung für menschenwürdiges Leben. Dazu gehören Freiheit und Gerechtigkeit für alle. Ohne Freiheit und Gerechtigkeit für alle wäre Frieden nur Zwang zum Stillhalten.

Das Recht auf Leben in Frieden für alle Menschen ist kein „Naturrecht“*, das allen Menschen von Natur aus selbstverständlich zukommt, sondern es ist eine Menschheitssehnsucht, deren Verwirklichung in Jahrtausenden schrittweise errungen wurde (und bis heute nur sehr unvollkommen gelungen ist). Diese Verwirklichung wurde (und wird) nur da möglich, wo individuelle und kollektive Egoismen überwunden wurden durch ein Miteinander und Füreinander im Leben und Zusammenleben von Menschen, wo jede/r jedem Mitmenschen in Offenheit und freundlicher Zuwendung begegnet und, wo es möglich ist, auch in liebevoller Zuneigung: Leben in Frieden, in Freiheit und Gerechtigkeit, aus der Kraft der Liebe.

*siehe dazu das Thema „Recht und Unrecht“

2) Das Leben fördern – dem Frieden dienen

Leben und Frieden, diese beiden Begriffe beschreiben nicht eine wehmütige Erin­nerung an einen unwieder­brin­glich verlorenen „paradiesischen” Idealzustand, sondern die Herausforderung an das Menschsein zu allen Zeiten und auch in unserer Gegenwart. Dabei geht es nicht darum, das verlorene Paradies nun mit menschlichen Mitteln herbei­zuzwingen. Das ist in der Vergangenheit schon oft genug furchtbar gescheitert. Es geht vielmehr darum, das Zusammenleben der Menschen (in und zwischen den Familien, Gruppen, Gemeinschaften, Parteien, Völkern, Kulturen, Religio­nen …) so zu gestalten, dass das Leben des Einzelnen gelingen und der Frieden im Miteinander wachsen kann – trotz aller mensch­lichen Unzulänglichkeiten, Fehlent­wick­lungen und Schuld*. Dazu einen (wenn auch noch so geringen) Beitrag zu leisten, ist das Ziel dieser Website.

* siehe dazu die Themen „sein und sollen“ und „Die Frage nach dem Sinn“ im Bereich „Grundfragen des Lebens“)

Eines wird immer deutlicher: Das Leben und das Zusammenleben der Menschen sind gefährdet wie nie. Vor etwa 66 Millionen Jahren konnten ein Meteoriten-Einschlag und dessen Folgen das Leben auf dieser Erde fast auslöschen. Die Saurier sind damals ausgestorben und ein großer Teil aller damals lebenden Tier- und Pflanzenarten. Heute haben wir Menschen selbst die (atomaren, chemischen, biologischen) „Kampf-Mittel“ in der Hand, die ausreichen, alles Leben auf dieser Erde ganz und für immer zu zerstören. Das Leben und das Überleben der Menschheit hängt entscheidend ab von ihrer Friedensfähigkeit.

Und die wiederum hängt weitgehend davon ab, wie unser (individuelles und kollektives) Welt- und Selbstverständnis die Verhältnisse und Vorgänge sieht und wertet, denn das ist entscheidend für unser Leben und Handeln.

Wie überwältigend der Einfluss unserer (persönlichen und gemeinsamen) Überzeugungen, Einstellungen und Wertungen auf unser Verhalten, ja, auf unsere Entscheidungen über Krieg und Frieden ist, können wir an der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert ablesen: Millionenfaches Sterben durch Krieg und Vernichtung (in zwei „Weltkriegen“ und in vielen ideologisch begründeten „Vernichtungslagern“) und dann Wiederaufbau und Frieden durch Versöhnung und Zusammenarbeit. Und beides geschah auf der Grundlage von Überzeugungen, welche die Beteiligten (und das waren ja beide Male die gleichen!) für fraglos richtig und unbedingt notwendig ansahen und die ihre Handlungen begründeten und lenkten.

Unsere Welt-Verständnisse (nicht nur die tatsächlichen Welt-Verhältnisse) bestimmen weitgehend unser Verhalten. Deshalb ist es wichtig für das Zusammenleben von Menschen, dass sie sich ihrer je eigenen Welt-Sicht bewusst werden. Die wird hier in 10  Teilbereichen angesprochen:

3) Teilbereiche unseres Welt- und Selbstverständnisses

mitdenken

1  Grundfragen des Lebens

2  Grundfragen des Glaubens

3  Grundlagen der Gesellschaft

Diese Grundlagen bestimmen auch die Art und Weise, wie wir mit den Herausforderungen unserer Gegenwart umgehen:

mitreden

4  Herausforderungen der Gegenwart

5  Kontroverse Diskussionen

Dabei kommt es entscheidend darauf an, auf welchem Fundament das jeweilige Verständnis aufgebaut ist. An den folgenden Themenbereichen kann man erkennen, dass meine eigene Weltsicht auf dem Fundament der biblischen Offenbarungen beruht.

mitgehen

6  Wege im Glauben

7  Jesus – der Weg

8  Miteinander unterwegs

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich nicht mit Menschen ins Gespräch kommen möchte, deren Welt- und Selbstverständnis auf anderen Grundlagen aufbauen. Sofern eine grundsätzliche Bereitschaft zur Mitmenschlichkeit vorhanden und tragfähig ist, kann das Gespräch in Gang kommen und könnte auch gemeinsames Tun gelingen.

mitmachen

9  Vision und Konkretion

10 Arbeitsbereiche

4) Einladung zum Mitmachen

Ich möchte dazu einladen, sich mit den dargestellten Themen auseinanderzusetzen, um sich dadurch der eigenen Grundlagen des Denkens und Handelns bewusst zu werden: Wie ist diese Welt geordnet, in der wir leben? Welches sind die entscheidenden Vorgänge und Kräfte in ihr? Gibt es einen Sinn und ein Ziel allen Seins, an denen ich mein Wollen und Handeln jetzt und hier ausrichten könnte? Wie sehe ich die Vergangenheit und die Zukunft der Menschheitsgeschichte und wo ist jetzt mein Platz und meine Aufgabe darin? Was bewegt mich, was treibt mich an, was hindert und blockiert mich?

Wenn dann jemand entdeckt, dass sich die eigenen Anschauungen mit meinen berühren (in Zustimmung oder Kontrast), dann möchte ich einladen, darüber ins Gespräch zu kommen (deshalb gibt es am Ende jedes Beitrags die Möglichkeit, Kommentare zu schreiben). Allerdings, meine persönlichen Möglichkeiten dazu sind (selbstverständlich) begrenzt. Deshalb möchte ich dazu auffordern, wo es möglich ist, selbst und eigenständig Gruppen zu bilden, die solche Gespräche führen und daraus auch Handlungsziele und Handlungsmöglichkeiten ableiten. Die „Arbeitsbereiche“ (auf der Themenliste links ganz unten) sind bewusst weitgehend frei gehalten für eigene Beiträge und Initiativen der Leser. Solche Gesprächs- und Aktions-Gruppen könnten dann sich und ihre Planungen, Vorhaben, Ergebnisse … hier auf lebenundfrieden.de vorstellen.

Ich freue mich auf euer Mitdenken, Mitreden, Mitgehen, Mitmachen!

Bodo Fiebig


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