Diskussionsforum ,,Versöhnung und Frieden“

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Versöhnung und Frieden


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  • Neonazis in Deutschland

    Darf man die heutigen Angehörigen von Neo-Nazi-Gruppen in die Nähe der Nationalsozialisten des „Dritten Reiches“ rücken, tut man ihnen damit nicht Unrecht? Nein, man darf nicht nur, man muss. Als 1933 viele Deutsche Adolf Hitler begeistert folgten, konnten sie noch nicht wissen, was in letzter Konsequenz daraus werden würde: der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Die heutigen Neo-Nazis dagegen (zumindest diejenigen unter ihnen, die sich aktiv für diese Bewegung einsetzen), bejahen und verherrlichen diese politische Richtung im vollen Wissen um das, was damals daraus wurde. Auch wenn sie es aus taktischen Gründen zu leugnen versuchen, sie wissen es ja doch (wahrscheinlich besser als die meisten anderen Bürger dieses Landes). Und sie stellen sich als Wissende bewusst und demonstrativ auf die Seite jener Ideologie, die das furchtbarste Verbrechen der Menschheitsgeschichte hervorgebracht hatte (Ähnliches müsste man auch denen entgegegenhalten, die nach den millionenfachen Greueltaten in der ehemaligen Sowjetunion, in China, Kambodscha … heute wieder, oder immer noch ein kommunistisches System herbeiführen wollen).
    Dieses Aufbrechen nationalistischer Emotionen und Gewalttaten ist deshalb heute viel erschreckender und schuldbeladener als damals. Schuldbeladener sogar noch als das Verhalten jener aktiven Nazis in den letzten Monaten und Wochen vor dem Zusammenbruch 1945, die ja auch wussten, was geschehen war und trotzdem dem System bis zum bitteren Ende dienten. Die heutigen Neo-Nazis haben nicht, wie jene, Repressalien oder gar Todesdrohungen von Seiten des Staates zu befürchten, wenn sie sich von dieser mörderischen Ideologie distanzieren.
    In einem freien Land leben und freiwillig ein verbrecherisches System befürworten, ist schlimmer, als in einer Diktatur unter Zwang falsch handeln. Und das gilt auch für heimliche Sympathisanten der Neonazi-Szene und auch für manche scheinbar harmlosen NPD-Wähler. Man lebt in einem demokratischen Rechtstaat und will alle Vorteile dieses Systems für sich nutzen. Gleichzeitig ist man der Mühe einer demokratischen Willensbildung leid und sehnt sich danach, wieder Teil einer absoluten Macht zu sein, die vorschreibt, was richtig oder falsch, gut oder böse sei. Man möchte schon heute dazugehören zu denen, die morgen (so hoffen sie) die Macht haben werden, alles zu bestimmen, auch das eigene Denken.

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